Wettbewerb 2022/23: Freiflächengestaltung Entrée

Entrée und „Gesicht“ der Siemensstadt Square

Der zukünftige Eingangsbereich der Siemensstadt Square prägt das Gesicht des neuen Berliner Zukunftsquartiers maßgeblich und ist damit von besonderer Bedeutung. Er liegt zwischen dem künftigen S-Bahnhof Siemensstadt, dem Rohrdamm und der Siemensstadt Square. Die Freiflächen des Entrées umfassen insgesamt mehr als 20.000 Quadratmeter – fast so groß wie drei Fußballfelder – die sich in drei Bereiche gliedern: den Platz am S-Bahnhof, den Vorplatz zum Siemens-Atriumgebäude und das Areal am Rohrdamm. Hier werden die Besuchenden aus der wiederbelebten Siemensstadt-Bahn aussteigen. Hier entsteht der öffentliche Info-Pavillon, der über die Entstehungsphase von Siemensstadt Square hinaus Bestand haben wird. Und von hier aus wird der zukünftige Boulevard in den neuen Stadtteil führen.

Das zukünftige Entrée zur Siemensstadt Square wird nun nach einem Entwurf des Büros Greenbox Landschaftsarchitekten Schäfer + Pieper PartG mbB aus Köln gestaltet. Das steht seit der Jurysitzung am 11. Januar 2023 fest. Der Sitzung ging ein Wettbewerb voran, zu dem Siemens gemeinsam mit dem Land Berlin sechs namhafte Landschaftsarchitekturbüros eingeladen hatte. Auch die Wünsche der Bürger*innen wurden im Umfeld des Wettbewerbs abgefragt. Die Resultate sind in die Auslobung des Wettbewerbs eingeflossen.

In alter Tradition werden alle Entwürfe ab Mitte Februar öffentlich im Siemens Verwaltungsgebäude, Rohrdamm 85, 13629 Berlin ausgestellt.

Erste Eindrücke vom Gewinnerentwurf

Ein Design, dass die Mitglieder der Jury begeisterte...

Stefan Kögl, General Manager des Projekts Siemensstadt Square, Siemens AG

Der Gewinnerentwurf ist in der Struktur klar gegliedert und bietet seinen zukünftigen Nutzern eine abwechslungsreiche Vielfalt an unterschiedlichen barrierefreien Raumqualitäten und schafft eine selbstverständliche Verknüpfung mit der Nachbarschaft – die Menschen werden sich hier wohl fühlen. Es wird zudem eine hohe Klima Resilienz erzeugt mit einem geringen Versiegelungsgrad, ausgewogener Pflanzenwahl und einem durchdachten Regenwassermanagement.

Stefan Kögl, General Manager des Projekts Siemensstadt Square, Siemens AG

Im Rahmen des im September 2022 gestarteten „Freiraumplanerischen Realisierungswettbewerb“ wurden sechs Landschaftsarchitekturbüros aufgefordert, Ideen für die Gestaltung der Freiflächen des insgesamt über 20.000 Quadratmeter großen Areals zu entwickeln.

Im Mittelpunkt standen dabei neben allgemeinen Fragen des Designs, der Raumaufteilung sowie der Auswahl der notwendigen Materialien, Oberflächen und Farben auch zahlreiche weitere Aspekte. Sie umfassten sowohl die zukünftige Bepflanzung unter Berücksichtigung des Natur- und Artenschutzes sowie eine klimagerechte Anpassung an die zunehmenden Starkregenereignisse mit entsprechendem Regenwassermanagement als auch Punkte wie die Sicherheit oder die räumliche und funktionale Verknüpfung.

Zu den besonderen Herausforderungen zählte dabei insbesondere die Gestaltung der öffentlichen Räume, wie beispielsweise der Grünflächen oder der Freiflächen der hier geplanten Cafés, sowie die Anbindung an das bestehende Straßenverkehrs- und Fahrradwege-Netz. Auch der genaue Ort des Info-Pavillons wurde festgelegt. Dort können sich Interessierte und Anwohner zukünftig über die Entwicklungen der Siemensstadt Square informieren.
Weil ein Teil des Planungsgebiets zudem zum öffentlichen Straßenland des Landes Berlin zählt, trug der Wettbewerb auch den Anforderungen des Landes Rechnung.

Acht Fach- und Sachpreisrichter*innen sowie deren Stellvertreter*innen bildeten die Jury, die im Rahmen des Realisierungswettbewerbs zur Gestaltung der Freiflächen im zukünftigen Siemensstadt Square Entrées über die Entwürfe der teilnehmenden Landschaftsarchitekturbüros entschieden. Auf Sachpreisrichter/innen-Seite war sie paritätisch mit Vertreter/innen der Stadt Berlin und von Siemens besetzt. Ihnen zur Seite standen über 20 Sachverständige aus den verschiedensten Fachbereichen. Diese umfassten sowohl Themen des Verbraucher- und Klimaschutzes sowie der Nachhaltigkeit als auch der Sicherheit, Kultur- und Denkmalpflege, des Baurechts und vieles mehr.

Fachpreisrichter/innen
• Juryvorsitz: Michael Kaschke, Landschaftsarchitekt, Hamburg
• Carla Lo, Landschaftsarchitektin, Wien
• Tobias Micke, Landschaftsarchitekt, Berlin
• Marianne Mommsen, Landschaftsarchitektin, Berlin
Sachpreisrichter/innen
• Prof. Petra Kahlfeldt, Architektin, Senatsbaudirektorin und Staatssekretärin, Land Berlin
• Thorsten Schatz, Bezirksstadtrat, Bezirksamt Spandau von Berlin
• Stefan Kögl, Architekt, Siemens AG, Berlin
• Jan Rehders, Architekt, Siemens AG, Berlin

Stellvertretende Fachpreisrichterin
• Elisabeth Lesche, Landschaftsarchitektin, Berlin

Stellvertretende Sachpreisrichter/innen
• Manfred Kühne, Abteilungsleiter, Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Wohnen, Land Berlin
• Antje Uebelgünne, Fachbereichsleiterin Tiefbau, Straßen- und Grünflächenamt, Bezirksamt Spandau von Berlin
• Egon Clesius, Siemens AG, Berlin
• Thomas Preuner, Siemens AG, Berlin

Greenbox Landschaftsarchitekten Schäfer + Pieper PartG mbB, Köln

Seit der Gründung im Jahr 2002 liegt der Schwerpunkt des Büros auf der Planung und Realisierung von Plätzen, Promenaden, Parks und Freiflächen im urbanen Kontext – mit nachhaltigen Konzepten, die auf die jeweiligen Bedürfnisse der Menschen und die Umgebung abgestimmt sind. Das Büro hat dabei individuelle Strategien für den öffentlichen Raum, Kultur- und Bildungseinrichtungen, Schwimmbäder, Sport- und Freizeitanlagen sowie für mittlere und große Unternehmen im In- und Ausland entwickelt.


GMO13 Landschaftsarchitekten, Berlin

Das 2013 in Berlin Kreuzberg gegründete Büro beschäftigt sich mit allen klassischen Bereichen der Landschaftsarchitektur im öffentlichen wie im privaten Raum. Neben der zukünftigen Stadt- und Landschaftsentwicklung unter Aspekten des gesellschaftlichen wie klimatischen Wandels sieht das Büro seinen Schwerpunkt im Entwurf anpassungsfähiger, vielfältiger und nicht alltäglicher Freiräume, die sich mit dem Leben und Wandel der Stadt und der Gesellschaft weiterentwickeln.


PLANSTATT SENNER, Überlingen

Im Laufe der letzten 30 Jahre hat sich der Bürogründer Johann Senner ein Expertenteam aus Landschaftsarchitekten, Naturwissenschaftlern, Ingenieuren und Kommunikationsexperten zusammengestellt, um anspruchsvolle Projekte bearbeiten zu können. Im Mittelpunkt der Arbeit stehen Zusammenhänge in der Natur wie auch in Siedlungsstrukturen, die in Einklang gebracht werden. Das Büro wurde bereits mehrfach ausgezeichnet, u.a. als Top-Innovator 2020.


Pola Landschaftsarchitekten, Berlin

Pola steht für poetische Landschaften und wird von dem Büro als Aufforderung an sich selbst verstanden, Orte zu gestalten, die Emotionen erzeugen, zu neuen Perspektiven einladen und als Gefühlslandschaften erlebt werden. Seit der Gründung im Jahr 2009 vereint das Büro Kompetenzen aus Freiraumgestaltung, Architektur, Bauingenieurwesen, Kommunikation und Geisteswissenschaften


Studio Polymorph, Berlin

Mit Interesse für Orte, deren Geschichte und Geschichten sowie einer großen Begeisterung für den Faktor Mensch versteht das Büro Landschaftsarchitektur als Angebot und Anreiz für menschliches Verhalten. Mit offenem Blick auf tatsächliche Potentiale und spezifische Bedürfnisse der Aufgabenstellung will das Büro Freiräume schaffen, bei denen Angemessenheit im Vordergrund steht: bei den Entwürfen wie bei den Herangehensweisen.


Topotek 1, Berlin

Das 1996 gegründete Büro versteht sich selbst als Wanderer in den Grenzbereichen von Typologien und Maßstäben, mit Abstechern in Städtebau, Musik und Kunst. Die entwickelten Konzepte zeichnen sich durch ein kritisches und neugieriges Verständnis der gegebenen Realitäten aus – zeitgenössisch, kulturell und historisch. Mit dem Ziel, zeitgemäße Räume für zeitgemäße Nutzungen zu schaffen, will das Büro Lösungen anbieten, die den modernen Anforderungen an Variabilität, Kommunikation und Sinnlichkeit gerecht werden.


Wie bei den vorhergehenden Wettbewerben konnten sich auch diesmal die Bürger*innen wieder einbringen. Im September 2022 wurde im Rahmen eines Bürgerforums umfassend über den Wettbewerb, das Verfahren, die Teilnehmer und die Vorgaben informiert. Parallel dazu starteten im September ein großer Online-Dialog (auf www.mein.berlin.de) sowie eine analoge Beteiligungsmöglichkeit, bei der Beiträge vor Ort in der Siemensstadt auf Postkarten eingereicht werden konnten. Alle Anregungen und Ideen aus den verschiedenen Beteiligungsformaten wurden gesammelt, aufbereitet und sind in die Auslobung eingeflossen. Der Ergebnisbericht der entsprechenden Bürgerbeteiligung ist hier einsehbar.


Alle Entwürfe des Wettbewerbs einschließlich des Gewinner-Entwurfs werden Mitte Februar 2023 ausgestellt.